Samstag, 10. Januar 2026

Sprache als Schlüssel zur Teilhabe

Blick in einen Sprachkurs © HPH 

HPH sucht neue ehrenamtliche Helfer für Sprachkurse

Ludwigshafen. Seit zehn Jahren sind die Sprachkurse für Geflüchtete ein fester Bestandteil der Arbeit des Heinrich Pesch Hauses (HPH). Was 2015 mit einem Willkommenscafé und ersten niedrigschwelligen Sprachangeboten begann, ist heute ein dauerhaftes, lebendiges Projekt. Getragen von großem ehrenamtlichem Engagement werden an sieben Terminen viele Sprachlevels gleichzeitig angeboten. Damit das Angebot auch weiterhin bestehen kann, sucht das HPH nun neue freiwillige Sprachhelferinnen und Sprachhelfer.

„Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe“, betont Tobias Zimmermann SJ, Direktor des HPH. Das Haus verstehe sich als Ort der Solidarität, der Verständigung und der Begegnung – ganz in der Tradition seines Namensgebers Heinrich Pesch. Die Sprachkurse seien dabei ein wichtiger Baustein: „Sie sorgen dafür, dass sich Menschen aufgenommen fühlen. Das HPH ist eine Tür, durch die Menschen Heimat finden.“

Aktuell ermöglichen knapp 30 Ehrenamtliche den Unterricht in kleinen, individuell abgestimmten Gruppen. Die Kurse sind kein staatlich gefördertes Integrationsangebot, sondern eine bewusste Ergänzung: niedrigschwellig, praxisnah und persönlich. „Finanziert wird das Projekt ausschließlich über Spenden sowie eine halbe Stelle des Jesuitenordens – denn die Arbeit mit Geflüchteten ist ein Schwerpunkt des Ordens“, erläutert Tobias Zimmermann.

Erfolgsgeschichten, die Mut machen

Dass die Sprachkurse im HPH wirken, zeigen zahlreiche persönliche Erfolgsgeschichten. Viele Teilnehmende haben durch das Angebot den Einstieg in Arbeit oder Ausbildung geschafft. So auch Svitlana (62) aus der Ukraine, die seit kurzem in einem Hort arbeitet „Ich liebe die Atmosphäre im Unterricht. Es ist eine gute Möglichkeit, meine Deutschkenntnisse zu verbessern.“

Oder Supriya Negi aus Indien, die sich auf ihre Pflegeausbildung vorbereitet: „Im HPH kann ich regelmäßig sprechen – ohne Prüfungsdruck.“ Für viele Lernende sind die Ehrenamtlichen mehr als Lehrkräfte: „Sie sind Mentoren, Freunde – sie haben uns geholfen, in Deutschland anzukommen.“

Ehrenamt mit Wirkung

Seit 2021 ist auch Manfred Pfeiffer (78) als Sprachhelfer im Einsatz: „Es macht mir sehr viel Spaß, den Leuten Deutsch beizubringen. Besonders freue ich mich, wenn mir ehemalige Teilnehmer auf der Straße begegnen und erzählen, dass sie nun arbeiten oder eine Ausbildung machen.“

Das Engagement wirkt dabei in beide Richtungen: Manche der Kursteilnehmenden bringen sich inzwischen selbst ehrenamtlich ein – etwa bei der Essensausgabe von Mahlzeit LU oder selbst als Unterrichtende.

Mitmachen erwünscht

Um das hohe Interesse an den Sprachkursen weiterhin auffangen zu können, sucht das HPH nun neue Ehrenamtliche. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. „Was man vor allem mitbringen sollte, ist die Liebe zur Sprache und zu den Menschen“, sagt Koordinator  Matthias Rugel SJ. Die Sprachkurse finden von montags bis donnerstags von 10 Uhr bis 11:30 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 19 Uhr bis 20:30 Uhr statt. Die Ehrenamtlichen können frei wählen, zu welchen Terminen und wie häufig sie unterrichten möchten. Im Schnitt betreut ein Lehrer drei bis sieben Geflüchtete. Wer sich engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich in einen Kurs hineinzuschnuppern.

Kontakt:
Matthias Rugel
Telefon: 0621 5999-365
E-Mail: rugel@hph.kirche.org